Sie haben sicher schon von Nachtschattengewaechsen gehoert und vielleicht auch, dass sie nicht gut fuer die Gesundheit sein sollen. Da viele Mythen rund um diese Pflanzenfamilie kursieren, raumen wir hier mit den gaengigsten Missverstaendnissen auf.
Was genau sind Nachtschattengewaechse?
Nachtschattengewaechse gehoeren zur botanischen Familie der Solanaceae. Diese Pflanzenfamilie umfasst ueber 2.000 Arten, von denen viele als Nahrungsmittel kultiviert werden. Die bekanntesten Vertreter auf unserem Speiseplan sind Tomaten, Kartoffeln, Paprika, Auberginen und Chilischoten.
Der Name klingt bedrohlich, hat aber nichts mit Gift zu tun. Er leitet sich wahrscheinlich davon ab, dass einige wilde Arten dieser Familie tatsaechlich giftige Alkaloide enthalten. Die kultivierten Sorten, die wir essen, enthalten diese Stoffe jedoch nur in minimalen, voellig unbedenklichen Mengen.
Die wichtigsten Nachtschattengemuese
Tomaten sind wohl das populaerste Nachtschattengemuese weltweit. Sie sind reich an Lycopin, einem starken Antioxidans, das mit einem reduzierten Risiko fuer bestimmte Krebsarten in Verbindung gebracht wird. Interessanterweise erhoecht das Kochen von Tomaten die Bioverfuegbarkeit von Lycopin erheblich.
Kartoffeln bilden die Grundlage unzaehliger Gerichte in nahezu jeder Kueche der Welt. Sie liefern komplexe Kohlenhydrate, Kalium und Vitamin C. Die gruenen Stellen an Kartoffeln sollten allerdings grosszuegig weggeschnitten werden, da sie erhoehte Solaninwerte aufweisen koennen.
Paprika und Chilischoten gehoeren zur Gattung Capsicum. Waehrend suesse Paprika eine hervorragende Quelle fuer Vitamin C darstellen, enthalten scharfe Sorten Capsaicin, das entzuendungshemmende Eigenschaften besitzt und den Stoffwechsel ankurbelt.
Auberginen werden in der mediterranen und asiatischen Kueche vielseitig eingesetzt. Sie enthalten Nasunin, ein Antioxidans in der violetten Schale, das die Zellmembranen schuetzt.
Der Solanin-Mythos
Das Hauptargument gegen Nachtschattengewaechse dreht sich um Solanin und andere Alkaloide. Diese natuerlichen Verbindungen schuetzen die Pflanze vor Schaedlingen. In den essbaren Teilen kultivierter Sorten sind die Konzentrationen jedoch so gering, dass sie fuer gesunde Menschen voellig unbedenklich sind.
Es gibt Hinweise darauf, dass Menschen mit Autoimmunerkrankungen empfindlich reagieren koennten. Die wissenschaftliche Evidenz ist allerdings begrenzt. Wer vermutet, dass Nachtschattengemuese Beschwerden verursacht, kann eine Eliminationsdiaet versuchen: Lassen Sie alle Nachtschattengewaechse fuer drei bis vier Wochen weg und fuehren Sie sie dann einzeln wieder ein.
Gesundheitliche Vorteile
Die Vorteile von Nachtschattengemuese ueberwiegen bei weitem die theoretischen Risiken. Tomaten schuetzen das Herz-Kreislauf-System. Kartoffeln liefern nachhaltige Energie. Paprika staerkt das Immunsystem mit ihrem hohen Vitamin-C-Gehalt. Auberginen unterstuetzen die Verdauung durch ihren Ballaststoffgehalt.
Studien zeigen immer wieder, dass Menschen, die reichlich Gemuese essen, ein geringeres Risiko fuer chronische Krankheiten haben. Der voellige Verzicht auf diese naehrstoffreiche Lebensmittelgruppe ohne medizinischen Grund ist weder notwendig noch empfehlenswert.
Tipps fuer die Zubereitung
Kochen, Braten und Grillen reduziert den ohnehin geringen Alkaloidgehalt weiter. Entfernen Sie gruene Stellen an Kartoffeln. Lagern Sie Kartoffeln dunkel und kuehl. Reife Tomaten enthalten weniger Alkaloide als gruene. Vielfalt in der Zubereitung sorgt dafuer, dass Sie das volle Naehrstoffspektrum nutzen.
Fazit
Nachtschattengewaechse sind gesunde, naehrstoffreiche Lebensmittel, die zu Unrecht einen schlechten Ruf haben. Geniessen Sie Tomaten, Kartoffeln, Paprika und Auberginen ohne schlechtes Gewissen.
